Replik der Siegburger Madonna geweiht

Noch in den letzten Dezembertagen wurde im KSI auf dem Siegburger Michaelsberg eine Replik der sogenannten „Siegburger Madonna“ geweiht. Gleichzeitig eröffnete Generalvikar Dr. Markus Hofmann den „zwischen+raum“, der nun im KSI als Ort des Innehaltens, der Stille und Orientierung dient.
Siegburger Madonna
Siegburger Madonna
Datum:
20. Dez. 2019
Von:
Andreas Kaul

Der Zwischenraum befindet sich im ersten Obergeschoss der Abtei im Kirchturm – gleichzeitig präsentiert sich hier dem Betrachter ein außergewöhnlicher Blick auf Kirche und Chorraum.

Die Siegburger Madonna geht zurück auf die Gründung der Abtei St. Michael in Siegburg, sie wurde 1150/1160 geschaffen und ist der einzige Gegenstand, der aus der Gründungszeit der Abtei überliefert ist. Das Aussehen der ersten von Erzbischof Anno II. geweihten Kirche der neugegründeten Abtei auf dem Michaelsberg ist nicht überliefert. Der Zeit entsprechend wird es eine romanische Basilika gewesen sein, die sich am Ort der heutigen Abteikirche befunden hat. Ein Kunstwerk aus dieser Kirche ist jedoch überliefert, die berühmte "Siegburger Madonna".

Dieses kostbare Stück romanischer Bildhauerei war 1919 bei Bauarbeiten im Chor der Abteikirche in einer zugemauerten Nische gefunden und freigelegt worden und beschäftigt seither die Kunstwissenschaft, denn sowohl der Künstler als auch der Aufstellungsort in der Kirche sind nicht bekannt. Die Gestaltung der „Siegburger Madonna“ könnte mit Einflüssen aus Oberitalien oder Frankreich in Verbindung gebracht werden. Fraglich ist auch, warum die Madonna in der Mauernische verborgen wurde. Interessant ist jedoch, dass sie nicht wie andere aus der Mode gekommene Skulpturen und Bauteile zerschlagen und das Material neu verwendet wurde. Dies deutet auf eine hohe Wertschätzung hin, die man ihr entgegenbrachte.

Das Original der „Siegburger Madonna“ befindet sich heute im Schnütgen Museum in Köln.

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