Vernetzungstagung:Machtanmaßung – spiritueller Missbrauch – sexualisierte Gewalt
Die Aufdeckung der Missbrauchsfälle in der katholischen und evangelischen Kirche hat ihre Anfälligkeiten für missbräuchliches Verhalten deutlich hervortreten lassen. Stand anfangs sexualisierte Gewalt im Fokus, sind in der weiteren Entwicklung spiritueller Missbrauch und unangemessene Machtausübung in den Fokus gekommen.
Schwerpunktthema der Tagung ist die Frage, welche konstruktive Rolle Strukturen, Dynamiken, Vorstellungen und Handlungseisen spielen können und welche Veränderungsmöglichkeiten auf institutioneller Ebene bestehen. Nicht zuletzt geht es darum, wie der Schutz vor Machtmissbrauch, spirituellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt verbessert werden kann. Die Tagung nimmt dafür religiöse und kirchliche Formen sowie Begründungen von Macht kritisch in den Blick, wozu unter anderem die Reflexion von Begriffen wie bspw. 'Dienst' und 'Gemeinschaft' gehört. Auch Fragen nach (spiritueller) Autonomie sowie Empowerment und Selbstermächtigung etwa in der religiösen Bildung, in der Seelsorge und im Gottesdienst sollen angesprochen werden. Individuelle Verantwortlichkeit für sich selbst und andere ist ein weiterer Aspekt.
Die Komplexität der Themen erfordert dabei eine ökumenische und interdisziplinäre Herangehensweise sowie eine große Offenheit, sich von unterschiedlichen Perspektiven irritieren zu lassen. Im Austausch der verschiedenen Perspektiven können verschiedene Aspekte neu zueinander in Beziehung gebracht werden und zu einem besseren Verständnis der Zusammenhänge, Probleme und Herausforderungen beitragen.
Zielgruppe
Die Tagung richtet sich in erster Linie an Wissenschaftler*innen in der Qualifikationsphase (Promotion/Habilitation), sowie Studierende aus Studiengängen auf Masterniveau unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen, die sich mit dem Tagungsthema auseinandersetzen. Fachlich Interessierte sind herzlich willkommen.