Digitaler Espresso

Digitaler Espresso- coffee-

Kirche.Sozial.Digital.

Impulse für den digitalen Wandel

Acht Online-Termine 2020/2021
Mittwochs, 12.30 - 13.15 Uhr

Die Zukunft ist digital. Was macht das mit unserer Gesellschaft – und was haben wir als Kirche damit zu tun?

In der Gesprächs- und Diskussionsreihe Digitaler Espresso wurden wir wach für Themen der Digitalisierung. Das Format sollte zu einer Debatte über das Gestaltungspotenzial der Kirche in der digitalen Gesellschaft anregen.

Die einzelnen Veranstaltungen wurden online durchgeführt. Um eine lockere Atmosphäre herzustellen, in der spontan und assoziativ diskutiert werden konnte, fanden die Termine in der Zeit der üblichen Mittagspause statt. Sie konnten sich also bequem zwischen 12:30 Uhr und 13:15 Uhr von ihrem Arbeitsplatz aus (oder auch aus der Teeküche ihrer Abteilung, aus dem Home-Office oder vom heimischen Balkon aus) zuschalten. Sie konnten auch gerne mitgebrachte Speisen oder Getränke verzehren.

Die Veranstaltungen standen unter folgenden Leitgedanken:

  • Was bewegt die Gesellschaft im digitalen Zeitalter?
  • Welche offensichtlichen oder verdeckten Strömungen beeinflussen eine Gesellschaft im digitalen Wandel?
  • Wie kann Kirche sprachfähig sein im rasanten Fortschritt, den die Digitalisierung mit sich bringt?
  • Wie kann sie Gesellschaft positiv mitgestalten?

Zielgruppe

Sie interessieren sich für Themen des digitalen Wandels, fragen sich als Haupt- oder Ehrenamtliche(r), welchen Ort Kirche im digitalen Zeitalter hat oder sind vielleicht sogar Experte/-in für eines der folgenden Themen?

Nachstehend finden Sie die Themen unserer ersten Digitaler Espresso Reihe!

 

Zur Reihe "Digitaler Espresso"

Mit der Veranstaltungsreihe Digitaler Espresso möchten wir aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen aufgreifen, die der Digitale Wandel mit sich bringt und fragen nach dem kirchlichen Gestaltungspotenzial.

Veranstaltungsleitung und Moderation

André Schröder, KSI
Martin Kutz, freier Mitarbeiter im KSI

Auskünfte

Sabine Häusler
Kontakt per Mail

Kosten

Die Veranstaltungen sind kostenfrei.

Ablauf

Jede Einheit beginnt mit einem kurzen Fachimpuls. Anschließend haben Sie die Möglichkeit, gemeinsam mit uns und unserem Gast über die Thematik zu diskutieren.

HOPEspeech!

4. November 2020

Wie Kirche dem Hass im Netz begegnen kann.
Timo Versemann, Evangelische Akademie zu Berlin

Hassbotschaften und -kommentare wuchern in allen Ecken der Sozialen Medien. Hater und Trolle missbrauchen dabei sogar christliche Motive, um „die“ Muslime, Homosexuellen oder Feminist*innen als Feinde Gottes zu brandmarken. Diesem Phänomen stellt sich Timo Versemann an der Evangelischen Akademie zu Berlin mit dem Projekt „NetzTeufel“: er hat die menschenverachtenden Narrative analysiert und mit #hopeSpeech ein konstruktives Gegenkonzept entworfen. Mit ihm wollen wir über sein Projekt diskutieren und fragen, wie Kirche im Netz einen Beitrag zu einer Kultur des Friedens und der Hoffnung leisten kann.

Digitaler Klingelbeutel, Trinkgeld per App, Spenden über QR-Code.

2. Dezember 2020

Ist die Zukunft der Wohltätigkeit kontaktlos?
Dr. Klaus Schraudner, Vorstandsvorsitzender der Pax-Bank, Köln

Die Corona-Krise hat den Trend noch einmal verstärkt: Zahlen mit Karte wird immer beliebter. Endlich verschwindet das lästige Kleingeld. Was aber, wenn der Klingelbeutel gereicht wird? Peinliche Stille? Was kann ich dem Bettler auf der Straße zustecken, der um eine kleine Spende bittet? Und wer kontrolliert eigentlich, ob das Trinkgeld per App auch tatsächlich beim freundlichen Pizzaboten ankommt?
Im Kölner Dom wurde unlängst von der Pax-Bank ein digitaler Opferstock aufgestellt. Wir sprechen mit dem Vorstandsvorsitzenden der Bank, Dr. Klaus Schraudner, über bargeldloses Zahlen und die Zukunft der Wohltätigkeit.

 

Wo rohe Kräfte sinnvoll walten.

3. Februar 2021

Christliche Beiträge zu einer Algorithmen-Ethik.
Prof. Dr. Alexander Filipovi ́c, Professor für Medienethik an der Hochschule für Philosophie, München.

Künstliche Intelligenz entwickelt sich zu einem immer mächtigeren Werkzeug der Informatik. Sie wird eingesetzt, um Autos autonom fahren zu lassen und um Roboter für die Betreuung alter Menschen einsetzen zu können. Sie kann aber auch genutzt werden, um Märkte oder Demokratien durch Manipulation zu schädigen. Welche ethischen Herausforderungen ergeben sich durch die Anwendung von Algorithmen, die Normalsterbliche gar nicht mehr durchschauen? Kann Kirche hier überhaupt noch mitreden? Wir fragen Alexander Filipović, der 2020 an einer internationalen Tagung zu Künstlicher Intelligenz in Rom teilgenommen hat, auf der ein Ethik-Kodex vorgestellt wurde.

Wenn offline nichts mehr geht.

3. März 2021

Der Umgang mit Mediensucht.
Andreas Pauly, Berater bei update – Fachstelle für Suchtprävention der Ambulanten Suchthilfe Bonn.

Unter der Bettdecke ist noch Licht. Das Kind zockt wieder heimlich Fortnite. Am nächsten Morgen gibt’s Gemaule: „Was denn? Ihr habt früher die ganze Nacht gelesen!“ Also alles kein Problem, Andreas Pauly? Wir fragen den Medienpädagogen, wann man von Suchtverhalten sprechen kann, wer betroffen ist und wie man selbst vorbeugen kann. Diskutieren Sie mit uns über Binge-Watching, In-Game-Käufe, Online-Casinos und die ständige Erreichbarkeit im Homeoffice. Wo und wie können die Kirchen Hilfe anbieten, wo tappen sie selbst noch im Dunkeln, wo malen Moralapostel den Teufel an die Wand?

Kirche im Netz: (un)erhört!?

14. April 2021

Nutzt die Kirche die volle Bandbreite der digitalen Kommunikation?
Felix Neumann, Redakteur bei katholisch.de.

Facebook, Twitter, YouTube, TikTok – überall mischt Kirche mit, verkündet das Evangelium und ruft zu karitativen Aktionen auf. Auftrag erfüllt, abgehakt!? Wie kommt es dann, dass man bei YouTube an erster Stelle Videos über die Skandale der Kirche findet? Warum wird beklagt, dass die Charismen der Jugendlichen und ihre Ideen zur Gestaltung von digitaler Teilhabe zu wenig wahrgenommen werden? Felix Neumann meint, dass die Kirche immer noch mit dem Netz fremdelt, als sei virtuelle Kommunikation nichts Reales. Sehen Sie das auch so?

Grüne Technik als Schöpfungsbewahrung.

5. Mai 2021

Wie schaffen Kirchen den Wandel ressourcenschonend?
Christian Weingarten, Umweltbeauftragter im Erzbistum Köln.

Vor fast genau 6 Jahren hat Papst Franziskus mit der Enzyklika Laudato si' der Kirche und der ganzen Menschheit die Sorge um das gemeinsame Haus als dringenden Auftrag ans Herz gelegt. Wir wollen den Aufruf zu Klima- und Umweltschutz einmal am Beispiel nachhaltiger Technik prüfen. Setzt die Kirche selbst schon Maßstäbe im Bereich grüner Technik? Wie kann sie einen Beitrag dazu leisten, dass der Digitale Wandel ressourcenschonend gelingt? Wie kann sie die Angestellten in den Bistümern zu energiesparenden Verhaltensweisen anregen? Christian Weingarten gibt uns seine Einschätzung als Umweltbeauftragter des Erzbistums Köln.

Virtuelles Engagement

02. Juni 2021

Herausforderung digitales Ehrenamt.
Irene L. Bär, Leiterin youngcaritas Deutschland

„'Alt' und 'A' drücken, Oma, sonst können wir dich nicht hören!“ Die Corona-Pandemie hat zwischenmenschliche Barrieren errichtet, die durch die Digitalisierung überwunden werden können – oder eben doch nicht? Wie bringt man junge Leute, digital natives, die sich ehrenamtlich engagieren wollen, mit hilfsbedürftigen älteren Menschen zusammen, die das erste Mal in ihrem Leben ein Smartphone in Händen halten? Welche digitalen Kompetenzen müssen dazu auf Seiten der Helfenden aber auch auf Seiten der Hilfesuchenden vermittelt werden? Wie steht es mit digitaler Teilhabegerechtigkeit, wenn es im Seniorenheim kein W-LAN gibt? Irene L. Bär berichtet von den Herausforderungen im modernen Ehrenamtsmanagement.

#prädikatwertvoll - Terminverlegung

16. Juni 2021

Der kirchliche Umgang mit Digital Content.
Fabian Maysenhölder, Theologe, Journalist (n-tv u. a.), Blogger (TheoPop u. a.) und Podcaster (secta.fm u. a.)

Twitter hat es gewagt: Tweets des US-Präsidenten wurden von dem Unternehmen als gewaltverherrlichend gekennzeichnet. Facebook entfernte einen Beitrag von Trumps Wahlkampfteam mit nationalsozialistischer Symbolik. Muss Kirche ebenso reagieren, wenn Vertreter aus den eigenen Reihen Falschmeldungen oder Verschwörungen verbreiten? Sollte es vielleicht einen Index blasphemischer oder anstößiger YouTube-Videos geben, am besten integriert als Blockierregel in einem Browser-Addon? Wie wäre es im Gegenzug mit offiziellen Auszeichnungen für gelungene Blogs, analog zu Prädikaten in der Filmbranche? Oder ist vielmehr jeder mit seiner eigenen Verantwortung gefragt, sich eine kompetente und kritische Nutzung des Internets anzueignen? Wir sind gespannt auf die Vorschläge von Fabian Maysenhölder, der selber prämierten Digital Content generiert und mit "Theoradar" eine Chartliste der christlichen Blogosphäre bereitstellt.