Medienwerkstatt RU:Künstliche Intelligenz - der neue Gott?
Papst Leo XIV. verweist in seiner Digitalenzyklika "Magnifica humanitas" auf die besondere Bedetung von Bildungseinrichtungen wie der Schule für einen verantwortungsvollen Umgang der Menschen mit Künstlicher Intelligenz. Im Anschluss an die Enzyklika stellen sich mit Blick auf einen zeitgemäßen Religionsunterricht bildungstheoretische, aber auch theologische und religionspädagogische Fragen. Wir möchten mit dem Onlinevotrag für Lehrkräfte einen Raum zur Diskussion dieser Fragen eröffnen.
Ist Künstliche Intelligenz der neue Gott des digitalen Zeitalters? Diese Frage entfaltet die Religionsphilosophin und Medienethikerin Claudia Paganini im Rahmen des Vortrags und entwickelt daraus eine brisanten These: Erstmals erschafft der Mensch einen Gott, statt ihn nur zu denken. Die KI übernimmt scheinbar, was einst der Religion vorbehalten war: Sinnstiftung, Orientierung, allzeit verfügbare Antworten. Wir beten nicht mehr, wir klicken.
Mit analytischer Schärfe und theologischem Weitblick untersucht Paganini die spirituellen Konsequenzen dieser Entwicklung und zeigt die Gefahren auf: Im anbrechenden dritten Jahrtausend könnten nicht nur Menschen durch KI ersetzt werden, sondern auch kein geringerer als Gott selbst. Aber: Lassen sich die religiösen Versprechen der Tech-Konzerne auch technisch einlösen?